Milben im Bett – Was Sie jetzt machen sollten
Das Schlafzimmer ist der Ort der Ruhe, an dem man sich nach einem anstrengenden Tag ausruhen kann. Doch alleine verbringt man die Nacht im nie. Und auch ruhig geht es meist nicht im Bett zu, auch wenn es auf den ersten Blick so erscheint. Denn die kleinen Bewohner, die gemeint sind, sind Milben, die meist nicht größer als einen halben Millimeter groß werden. Fürs Auge also beinahe unsichtbar. Nur sehr selten, wenn überhaupt, bekommt man die kleinen Spinnentierchen zu Gesicht.
Was man aber meist zu spüren bekommt, sind allergische Reaktionen oder Hautausschläge und Reizungen, die durch den Hausstaub entstehen können, in dem auch der Milbenkot vorhanden ist. Bestimmte Allergene können dann für diese Allergien verantwortlich sein. Eine Hausstauballergie ist wohl die bekannteste Folge von übermäßigem Milbenbefall. Übermäßig deshalb, weil man die Plagegeister eigentlich nie ganz loswerden kann. Für Arachnophobiker und Allergiker eine Horrorvorstellung. Doch ganz so schlimm ist es eigentlich nicht. Die Hausstaubmilben gibt es bereits seit den Urzeiten. Ursprünglich kamen die Tierchen in Vogelnestern vor, doch mit der Zeit gelangten Sie auch in die menschlichen Behausungen. Seit der Mensch also sesshaft geworden ist, begleiten uns diese Spinnentiere in unserem Alltag und eben auch im Bett. In geringer Zahl ist das auch nicht weiter erwähnenswert, doch ein starker Befall kann eben zu einem erhöhten Vorkommen von Hausstaub führen, der wiederum zu Allergien führen kann.
Doch was machen die Milben eigentlich im Bett stellt sich letztlich die Frage. Dies hat einige Gründe und Faktoren, die mit dem Menschen zusammenhängen. Zunächst einmal muss man wissen, welche Lebensbedingungen eine Matratze und die Bettwäsche bietet. Zum einen ist da der Mensch, der viele Stunden dort liegt. Während dieser Zeit fallen auch Hautschüppchen ab, die so in die Matratze gelangen können. Für die Milben ein gefundenes Fressen. Und auch Nachschub kommt immer nach. Die Mengen die ein Mensch an Hautschuppen verliert, reicht den Milben aus, auch einen längeren Urlaub zu bestehen. Der Mythos, dass ein Milbenbefall bei Menschen mit Schuppenflechten häufiger vorkommt, ist daher falsch. Jeden kann es treffen und die Bedingungen für einen Befall sind ganz andere, als nur die Hautschuppen.
Wesentlich bedeutsamer ist ein anderer Aspekt für die Vermehrung der Milben. Feuchtigkeit und Wärme sind beste Konditionen für die Milben. Diese sind in einem Bett gegeben. Pro Nacht werden etwa 200 Gramm Wasser in die Matratze abgegeben. Unter der Decke ist es dann auch meist kuschelig warm, so dass eine feuchte, warme Umwelt gegeben ist. Da die winzigen Tierchen in viele Ecken passen, ist eine Matratze aufgrund ihres komplexen Mikroaufbaus ein geeigneter Ort zum Leben. Der Schaumstoff oder auch andere Stoffe bieten viele Nischen, in denen sich die Milben einnisten können. Der wichtigste Aspekt jedoch hat mit der Ordnung im Haushalt zu tun. Zunächst muss allerdings klargestellt werden, dass ein Milbenbefall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun haben muss. Oft ist zu große Ordnung an einem Milbenbefall beteiligt. Deutlich wird das, wenn man sich die Morgenroutine vieler Deutscher anschaut. Das Bett wird schön ordentlich gemacht und die Bettdecke liegt schön ansehnlich auf dem Bett.
Doch das ist für die Milben die Rettung. Denn die Feuchtigkeit der Nacht kann nicht mehr aus der Matratze entweichen und verbleibt dort. Für die Feuchtigkeit liebenden Milben ein Paradies. Besser ist es, wenn man die Bettdecke von der Matratze nimmt und diese an einem geeigneten Ort ebenfalls lüften. Wichtig ist es dabei auch, das Fenster zu öffnen, damit die Feuchtigkeit auch aus dem Raum dringen kann. So kann die Matratze den größten Teil der Feuchte wieder abgeben. Milben haben es so also schwerer.
Das Bett sollte auch nicht mehr genutzt werden als nötig. Das Schlafzimmer ist ein Ort der Ruhe und nicht ein Ort, an dem man Fernsehen sollte oder Frühstücken. Die Zimmertemperatur sollte außerdem niedrig gehalten werden. Etwa 18 °Celsius sind die geeignete Zimmertemperatur. Dies ermöglicht nicht nur einen angenehmeren Schlaf, sondern verhindert außerdem, dass sich Milben zu stark ausbreiten. Die kleinen Spinnentierchen mögen es nämlich sehr warm.
Ein Temperaturunterschied von zwei Grad zur gewöhnlichen Raumtemperatur kann da schon reichen, den Milben eine unangenehme Umwelt zu schaffen. Halten Sie die Luftfeuchtigkeit auf einem normalen Niveau. Zu hohe Luftfeuchtigkeit hat denselben Effekt wie der Schweiß in der Matratze. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 50 % ist dabei ein erstrebenswerter Wert, da die meisten Milben an die 70 % relative Luftfeuchtigkeit benötigen, um zu überleben. Unter diesem Wert weisen die Milben eine stark sinkende Fortpflanzung auf, sodass die Bestände meist konstant bleiben.
Man sieht also, dass man nicht viel machen muss, um den kleinen Plagegeistern zuvorzukommen. Ein bisschen lüften und die Morgenroutine ändern, reicht schon aus. Doch was tut man, wenn der Befall doch mal schlimmer geworden ist? Hier reichen einfache Methoden meist nicht mehr aus, sodass man zu speziellen Waffen greifen muss. Eine dieser Waffen heißt Milbenstaubsauger. Dieses Gerät funktioniert wie ein normaler Staubsauger auch, verfügt aber über spezielle Mikrofilter, an denen auch die so kleinen Milben kein Vorbeikommen haben.
Die kleinen Spinnentierchen werden einfach von Oberflächen gesaugt und haben so keine Chance mehr. Die Anschaffung dieses praktischen Geräts muss nicht viel kosten, der Effekt aber ist nachhaltig zu spüren. Vor allem ist eine mehrfache Anwendung möglich, so dass ein erneuter starker Befall mit diesem Gerät beinahe ausgeschlossen ist. Dafür muss das Gerät nur regelmäßig verwendet werden, also den Wohnungsputz integriert werden. Empfehlen tut sich das Gerät besonders für Hausstauballergiker, da der Milbenstaubsauger auch den Milbenkot einsaugt und somit Allergene beseitigt.
Auch spezielle Sprays können angewendet werden. Diese eignen sich besonders gut bei Textilien im Schlafzimmer, da der Wirkstoff so auch in den Stoff eindringen kann. Seine Wirkung entfaltet das Antimilbenspray dann vor allem in der Matratze, die nur schwer zu reinigen ist. Das Spray hingegen kann einfach aufgetragen werden und dringt auch in die Tiefe der Matratze ein. Schutz versprechen diese Sprays für mehrere Monate, bis hin zu einem Jahr.
Es gibt viele Gründe weshalb Milben im Bett zu finden sind, aber auch ebenso viele Methoden diese auch wieder loszuwerden. Oft sind es nur kleine Aufmerksamkeiten, die den Milben den Garaus machen können. Doch auch im Falle eines Befalls stehen Sie nicht alleine da. Die vielen Geräte, Hilfsmittel und Methoden stehen Ihnen zur Verfügung. Milben im Bett: Das muss also nicht sein.